falsch verbunden

sibylle berg hat umherkolumniert. die zusammenfassung lautet: einsamkeit führt zu konsum und somit kapitalismus, während bezugsgruppen, die unter den begriff der famlilie subsummiert werden, für psychologische stabiltität sorgen und im umkehrschluss den kapitalismus schwächen.

so offensichtlich unsinnig diese these auch ist, eher unbemerkt bleibt der dualismus von einsamkeit versus bindung, der schlecht versteckt vorausgesetzt wird. die ursache für gesellschaftliche herrschaftsverhältnisse wird in beziehungskonzepte und -situationen verlagert, die selbstbestimmung über beziehungen den handelnden abgesprochen.

kapitalismus diffus doof zu finden, aber nicht die frage nach herrschaftsverhältnissen zu stellen, ist keine kapitalismuskritik. herrschaftsverhältnisse schaffen sich nicht ab, indem beziehungskonzepte vorgegeben werden, sondern indem bedürfnisse anerkannt und mit kooperativen prozessen verhandelt werden. es gibt keinen widerspruch zwischen bindungslosigkeit und engagement, sondern einen widerspruch zwischen bedürfnissen und verhältnissen.

echtma.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Statistik

  • 16,828 hits
%d Bloggern gefällt das: