keiner drei – beziehungsweise machtwirklichkeit.

tl;dr: herrschaftsfreie beziehung bedingt machtbewusstsein und totalreflexion.

nach ermüdenden beziehungskonzeptlängenvergleichen, gefühlsverbotsvorwürfen und allgemeinem aneinandervorbeireden in üblichen debattierungeeigneten medien möchte ich einen impuls für die politische betrachtung von beziehung(skonzepten) geben.

beziehungen, deren ausgestaltung und organisation bemessen sich poltisch an der frage nach den herrschaftsverhältnissen. drei wirkebenen von herrschaft sind im bezug auf beziehungen präsent.

keine beziehung ist in sich herrschaftsförmig aufgrund dessen, welche vorstellung und konzepte zwischenmenschlichen zusammenwirkens umgesetzt werden, wenn die einbezogenen im bewussten, kommunizierten konsens handeln. innere herrschaftsverhältnissen speisen sich aus machtgefällen zwischen einbezogenen und dem nichtbewusstsein, nichtreflektierem, nichtwiderstehen dieser.

über die inneren verhältnisse von beziehung hinaus ist das verhältnis zwischen beziehung und gesellschaft auf zwei arten wichtig: perpetuiert eine beziehung in ihrer wirkung nach außen herrschaftsverhältnisse und sind die menschen in einer beziehung aufgrund dieser beziehung herrschaftsverhältnissen unterworfen.

zusammengefasst:

  • herrschaft zwischen menschen in einer beziehung
  • herrschaft durch die gesellschaft zur beziehung
  • herrschaft der beziehung nach außen

die beziehungsinnere zwischenmenschliche herrschaft ist offenbar. beziehungen, die kein fundament grundlegender horizontalität, konsens oder freier vereinbarung, haben, sind verhältnisse von herrschaft, gleich wie viele menschen welcher geschlechter und anderer verortungen in welchen matrixen unter welchen bedingungen einbezogen sind.

die von außen wirkende beherrschung von beziehung ist für nicht betroffene meist unsichtbar. beziehungen, deren parameter der norm widersprechen, sind von gegen sie gerichteter herrschaft betroffen. die norm ist räumlich und temporal nicht konsistent, sie ist abhängig von der kultur in die sie eingebettet ist und wandel unterworfen, bis hin zum widerspruch; doch die mechanismen der ausgrenzung und defizitierung sind konstant.

spannend und für viele in weiten teilen unsichtbar ist die herrschaftsförmige wirkung von beziehung nach außen. dort wo die norm ohne bruch perpetuiert oder die abweichung normalisiert, zur norm gemacht wird, ist eine beziehung machtwirklich gegenüber dem außen.

in dieser herrschaftsmatrix kann ein bezeihungsaspekt auf einer ebene herrschend, auf einer anderen beherrscht wirken. herrschaft ist jedoch keine nullsummengleichung, bei der macht und ohnmacht sich ausgleichen.

diese erscheinungsformen von herrschaft, diese herrschaftspräsenzen sind weder separat noch ausschließlich, sie wirken immer zusammen und müssen bei der reflexion von beziehungsbezogener herrschaft mitgedacht werden.

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2 Antworten zu “keiner drei – beziehungsweise machtwirklichkeit.

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